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15. Dezember 2009

Katastrophale Unterrichtsversorgung

Grüne Landtagsfraktion fordert zusätzliche Lehrerstellen

In ihrem Haushaltsänderungsantrag für 2010, der diese Woche im Plenum beraten wird, fordert die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen 1.550 zusätzliche Lehrerstellen für Niedersachsen.
Miriam Staudte, Grüne Abgeordnete aus der Region, erklärt zur aktuellen Auswertung der Unterrichtsversorgung in Lüneburg: Lüneburg ist leider kein Einzelfall, die Unterrichtsversorgung in ganz Niedersachsen ist katastrophal.“

Die Aussagen der Landesregierung, sich für bessere Bildungsbedingungen einzusetzen, seien reine „Sonntagsreden“. Auch mit dem neuen Staatssekretär Dr. Althusmann habe sich für Kitas und Schulen rein gar nichts verbessert. Staudte wirft dem Kultusministerium auch einen unkreativen Umgang mit dem Problem der fehlenden Lehrkräfte für Mangelfächer vor. „Pilotprojekte wie die Kleinkindbetreuung in der Hannoverschen Tellkampfschule sollten flächendeckend eingeführt werden, so dass junge Lehrerinnen und Lehrer ohne Umstände ihr Stundenkontingent aufstocken können,“ fordert Staudte.

Die Reformen, die die Landesregierung anschiebe, wie das Abitur nach 12 Jahren oder das Zentralabitur, verschärfe die Situation noch „Seit es das Zentralabitur gibt, benachteiligt jede ausgefallene Stunde die Schüler immens,“ so die Grünen-Politikerin.
Niedersachsen müsse endlich mehr in Bildung investieren. Die Ausgaben pro Schüler lägen in Niedersachsen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. In keinem anderen Land seien die Bildungsausgaben in diesem Jahr so wenig gesteigert worden wie hier, kritisierte Staudte. Staudte berichtet von ihrem Besuch in Schulen im finnischen Turku, in diesem Herbst: In Finnland müssten die Schulen, wenn eine Lehrkraft erkrankt, diesen Ausfall nur drei Tage mit dem bestehenden Kollegium ausgleichen. Danach komme eine zusätzliche Aushilfskraft an die Schulen. „Was in Finnland machbar ist, müsste auch in Deutschland finanzierbar sein,“ so Staudte.
Politik sei die Aufgabe, Prioritäten zu setzen.

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