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Während vor Ort die Stimmen nach dem Erhalt der Frühchenstation in Lüneburg immer lauter werden, sind sich die Fraktionen im Landtag weitgehend einig. "Zwischen CDU, FDP, SPD und Grünen herrscht große Einigkeit, dass eine Zentralisierung bei extremen Frühchengeburten unter 1250 Gramm grundsätzlich notwendig ist, um die Sterblichkeitsrate zu senken," berichtet die grüne Abgeordnete Miriam Staudte.
"Die Station in Lüneburg ist, was die Geburtenzahlen von um die 30 im Jahr angeht, ein echter Grenzfall. Auch wir Grünen plädieren in Lüneburg für eine Ausnahmegenehmigung, weil ansonsten im Nordosten Niedersachsens sehr lange Fahrwege anfallen würden."
Die Grünen-Politikerin wünscht sich aber eine Versachlichung der Debatte. "20 von 21 internationalen Studien belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Fallzahl von über 35 Frühchen-Geburten im Jahr und einer geringeren Sterblichkeit gibt."
Die Grünen warnen deshalb davor die Wohnortnähe überzubewerten. "Frühgeburten kündigen sich in der Regel durch Beschwerden frühzeitig an, so dass auch entferntere Kliniken erreicht werden." Die Grünen-Politikerin ist überzeugt, dass in Lüneburg sehr gute Arbeit geleistet wird.
"Wir dürfen es uns in der Debatte aber auch nicht zu einfach machen. Deutschland schneidet im Vergleich mit den nordeuropäischen Nachbarländern deutlich schlechter ab. Wir haben in Deutschland zum Beispiel dreimal soviele neonatologische Stationen im Verhältnis zur Einwohnerzahl wie Schweden, trotzdem hat Schweden nur eine Sterblichkeit von 2,5 Promille, Deutschland hingegen 3,8 Promille. Das müssen wir ändern."