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Über 12 Stunden standen die 11 Castoren in der Nacht vom 7. auf den 8. November 2010 außerplanmäßig im Bahnhof Dahlenburg in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus von Jens-Peter Finck und Almut Grosser im Ortsteil Boitze-Seedorf.
Weder wurden die beiden Anwohner über die Dauer des Zwischenstopps informiert, noch über die damit verbundenen Strahlenwerte. Mehrere Stunden wurde den Beiden sogar verweigert ein Strahlenmess-Team von Greenpeace auf ihr Grundstück zu lassen.
Mit einem Katalog von 13 Fragen an die Landesregierung verlangte die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte Aufklärung über Gesundheitsgefährdungen, Informationsfluss und die zuständigen Behörden. Nun liegt die Antwort des niedersächsischen Innenministers Schünemann vor. "Alle möglichen Behörden sind laut Antwort von Herrn Schünemann zuständig, nur das Land nicht," kritisiert die Abgeordnete das Antwortschreiben aus dem Ministerium.
"Eisenbahn-Bundesamt, Bundespolizei oder Bundesamt für Strahlenschutz sollen die Verantwortung an dem umstrittenen Zwischenstopp tragen und dies wolle die Landesregierung nicht kommentieren." Für die Grünen-Politikerin sind das Schutzbehauptungen. "Die für den Transport gesamtverantwortliche Behörde ist die der Landesregierung unterstellte Polizeidirektion Lüneburg. Diese unnötige Strahlenbelastung der Dahlenburger Bürger ist vollkommen inakzeptabel gewesen. Hier hätte die Landesregierung eingreifen müssen," erklärt Staudte.
Auch kritisiert die Abgeordnete die Fokussierung auf den Strahlenschutzüberwachungsbereich bis zu einer Entfernung von 5,50m. "Die Strahlung hört doch nicht abrupt nach 5,50 Metern auf!" ärgert sich die Grüne. "Nach dem Strahlungsminimerungsgebot hätte der Castorzug von der Wohnbebauung entfernt werden müssen."
Staudte kündigt an, die Anfrage an die Bundestagsfraktion weiterzuleiten, damit diese die Bundesregierung nach der Verantwortlichkeit für diesen Vorfall befragt. "Ich vermute dort wird man dann mit dem Finger wieder nach Niedersachsen zeigen," erklärt Staudte. Sie betont, dass es darum gehe, solche Fehlentscheidungen bei nächsten Castor-Transport zu verhindern, denn dass es aufgrund der Proteste wieder zu Verzögerungen kommen werde sei absehbar.