Pressemeldung Nr. 5 vom

Schweinepest Miriam Staudte: Eine Vielzahl an Risikofaktoren erfordert eine Vielzahl an Maßnahmen

Darum geht´s

Die Afrikanische Schweinepest ist eine für Schweine tödliche Tierseuche, die sich zunehmend in Osteuropa ausbreitet. Das Risiko einer Einschleppung nach Deutschland gilt als erhöht. Niedersachsen wäre mit der höchsten Anzahl an Mastschweinen in Deutschland besonders von einem Ausbruch betroffen.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin

„Zur Verhinderung der Schweinepest brauchen wir keinen einseitigen Aktionismus, sondern eine Vielzahl an Maßnahmen. Um die Ausbreitung der Schweinepest durch weggeworfene Wurstwaren zu verhindern, müssen als erstes an allen Raststätten an Transitstrecken wieder Abfallbehälter aufgestellt werden, die aus Kostengründen in den letzten Jahren abgebaut wurden. Aber auch Jagdtouristen tragen potenziell zur Verbreitung bei. Auch hier ist weitere Aufklärungsarbeit notwendig.“

„Die Übertragungsgefahr durch wachsende Wildschweinpopulationen in Niedersachsen hängt vor allem auch mit dem hohen Maisanteil in der Landschaft zusammen. Der Mais bietet Futter und Deckung für die Wildschweine. Solange wir hier nicht zu einer vielfältigeren Fruchtartenverteilung kommen, werden jagdliche Seuchenschutzmaßnahmen nur begrenzt erfolgreich sein. Ebenso muss darauf geachtet werden, dass der Wildbestand nicht durch zusätzliche Fütterungen in den Revieren künstlich hochgehalten wird.“

„Auch beim Thema Schweinepest zeigt sich, dass wir von den großen Stallanlagen weg müssen! Denn ist ein Tier betroffen, wird der gesamte Bestand getötet. Je größer der Stall, umso größer die Anzahl der prophylaktisch getöteten Tiere.“

Hintergrund

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochinfektiöse, anzeigepflichtige Tierseuche. Wird ein Tier in einem Bestand befallen, muss der gesamte Bestand gekeult werden. Für Menschen ist der Erreger jedoch ungefährlich. Die ursprünglich auf Afrika begrenzte ASP breitet sich seit 2007 fortwährend in Osteuropa aus. Das Friedrich-Löffler-Institut sieht aufgrund des letzten Sprungs der ASP über eine größere Distanz nach Tschechien ein erhöhtes Risiko einer Einschleppung nach Deutschland gegeben. Laut HAZ-Bericht sieht das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen acht bis neun Millionen Hausschweine in Gefahr. Niedersachsen ist das Bundesland mit der höchsten Anzahl an Mastschweinen. Im Durchschnitt werden dabei in Niedersachsen 766 Schweinen Schweine pro Betrieb gehalten, was die zweithöchste Anzahl unter den alten Bundesländern darstellt. Zu dichte Populationen von Wildschweinen, die die Krankheit übertragen, gelten als eine Ursache der zunehmenden Ausbreitung. Steigende Wildschweinpopulationen werden durch einen hohen Maisanteil in der Landschaft begünstigt.

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