Altlasten der Erdgasförderung Betroffene informieren sich bei Grünen-Veranstaltung Pressemitteilung

Was können wir tun?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt der Diskussion um die Dokumentation und Sanierung von Altlasten der Erdgasförderung im Landkreis Lüchow-Dannenberg am Freitag vergangener Woche im Ratskeller in Lüchow, zu der die Grünen auf Initiative von Markus Schöning aus Wustrow eingeladen hatten.

Zunächst hatten der Diplom-Ingenieur Bernd Ebeling sowie die Landtagsabgeordnete der Grünen Miriam Staudte Input-Referate gehalten. Staudte betonte, dass die Erdgasförderung in der Vergangenheit als sauberer wahrgenommen wurde als sie tatsächlich sei. Dies rühre daher, dass immer nur die Emissionswerte der fossilen Brennstoffe Braunkohle, Steinkohle und Gas verglichen wurden. Bei der Gasförderung fallen allerdings auch erhebliche Problemstoffe wie Benzol an. Aus großen Tiefen werde das mit Quecksilber und Radioaktivität belastete Lagerstättenwasser hervorgefördert. Ebeling erläuterte: Bei den Bohrungen und der Förderung fallen zum Teil stark belastete Bohr- und Produktionsschlämme an. Neben jeder Erdgasförderstelle habe man dafür so genannte Schlammgruben angelegt. Ab 1984 seien dann die am stärksten belasteten Abfälle direkt in den ehemaligen Bohrlöchern versenkt worden, vermischt mit Zement oder eingeschweißt in alte Rohre, deren Haltbarkeit begrenzt sei.

In zwei Anfragen an die Landesregierung hatte Staudte die Standorte der Versenkungen und die versenkten Mengen erfragt. Erst 2003 wurde diese Praxis gestoppt . Nun kommen die aktuell anfallenden Abfälle nach Volumenreduzierung auf Deponien. Bernd Ebeling, der die Landtagsanfragen angeregt hatte, stellte auf Karten die Lage der im Landkreis bekannten Schlammgruben dar. Insgesamt seien viele Standorte von Schlammgruben in Niedersachsen nicht dokumentiert, so auch im Landkreis. Standorte für Versenkbohrungen seien nahe  Volzendorf, Wustrow, Güstritz, Beesem, Bülitz, Nauden , Blütlingen und Teplingen.  Viele Fragen kamen im Nachgang von den Anwohnerinnen und Anwohnern aus dem Raum Luckau, wo eine Sanierung der dortigen Schlammgrube ansteht. Dies sei laut Ebeling grundsätzlich zu begrüßen. Trotzdem sollte man sich in der Kommunalpolitik mit den Betroffenen vor Ort unbedingt zusammensetzen und Anforderungen an eine möglichst wenig belastende Sanierung stellen. Die Sanierung könne in etwa vier Monate dauern. Staudte regte eine die kommunalen Ebenen übergreifende „Arbeitsgruppe Erdgasförderung“ im Landkreis an, in die sich auch Anwohnerinnen und Anwohner einbringen können. Insgesamt sei auch heute noch die Kontrolle der Erdgasförderung durch das Landesbergamt zu lückenhaft. Das LBEG sollte künftig dem niedersächsischen Umweltministerium nicht dem Wirtschaftsministerium unterstellt sein.    

 

Die Anfragen finden Sie zum Downloaden rechts oben auf dieser Seite

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