Pressemitteilung Staudte: Politik der Antibiotika-Reduzierung muss weitergehen

Anlässlich der Agrarministerkonferenz in Lüneburg fordert die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte, die auch Mitglied im Agrarausschuss des Landtags ist, dass ambitionierte Schritte bei der Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes insbesondere  in der industriellen Massentierhaltung fortgesetzt werden müssen. „Durch die strenge Umsetzung des neuen Arzneimittelgesetzes, ist es Niedersachsen unter Agrarminister Christian Meyer gelungen, die Menge der in der Tierhaltung eingesetzten Antibiotika von 856 Tonnen im Jahr 2013 auf 423 im Jahr 2016 zu halbieren. Aber das ist immer noch eine astronomische Summe. Die Politik der Reduzierung muss fortgesetzt werden.“ 
Staudte hat Zweifel, dass dies unter einer anderen Landesregierung fortgesetzt werden würde. „Bislang wurde als Reduzierungsmaßnahme vorrangig auf unnötige Antibiotika-Gaben als  Prophylaxe verzichtet. Weitere Einsparungen lassen sich aber nur mit geringeren Besatzdichten, Freiland-Zugang und insgesamt mehr Tierwohl im Stall erreichen.“ Bei Schweinen in Ökobetrieben habe man bei einer Untersuchung der tierärztlichen Hochschule im Jahr 2011 deutlich weniger multiresistente Keime gefunden als bei konventionell gehaltenen (26% zu 92%). 
Besonders im Bereich der Reserve-Antibiotika, die für den Menschen reserviert sein sollten, müsse noch entschiedener vorgegangen werde. „Durch multi-resistente Keime haben wir mehr Tote in Deutschland als im Straßenverkehr. „Niedersachsen hatte zur Kontrolle der Betriebe, die am meisten Antibiotika einsetzen, 25 neue Kontrolleurinnen und Kontrolleure eingesetzt, die jährlich bis zu 1000 Stallkontrollen durchführen. Festgestellte Tierschutzverletzungen werden auch an die Veterinärämter der Landkreise weitergeleitet.  „Auch die Arbeit des interministeriellen Arbeitskreis des Gesundheitsministeriums, des Wissenschaftsministeriums , des Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums muss fortgesetzt werden.“    

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