Zusätzliche Lieferungen hochradioaktiven Atommülls nach Gorleben geplant?

Abgebrannte Brennelemente aus deutschen Forschungsreaktoren wurden in der Vergangenheit zur Wiederaufarbeitung in die schottische Anlage Dounreay transportiert; die Abfälle müssen – wie bei Leistungsreaktoren – nach Deutschland zurückgenommen werden. Wie die Aachener Zeitung vom 16. Mai 2012 konkret für das Forschungszentrum Jülich (FZJ) berichtete, plant nun das Bundesforschungsministerium, durch ein Tauschverfahren statt der auf das FZJ entfallenden Menge schwach- mit mittelaktiven Atommülls (55 Fässern mit einem Volumen von jeweils 560 Litern) stärker strahlenden Atommüll mit einem geringeren Volumen zurückzuholen. Da in Jülich keine Lagermöglichkeiten bestehen, steht zu befürchten, dass dieser Atommüll in das Castorlager Gorleben gebracht wird.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie viele HAW-Kokillen bzw. Castorbehälter sind aus der Wiederaufarbeitung von deutschen Forschungsreaktor-Brennelementen zu erwarten, wenn es zu einem Abfalltausch schwach- und mittelradioaktiven Atommüll gegen hochradioaktiven Atommüll kommt?

2. Welche Kenntnis hat die Landesregierung, wann mit solchen Transporten gegebenenfalls in das Castorlager Gorleben zu rechnen ist ?

3. Wie bewertet die Landesregierung das Vorhaben, weiteren hochradioaktiven Atommüll nach Gorleben zu liefern, auch hinsichtlich einer weiteren Vorfestlegung auf den Salzstock Gorleben als etwaigem Endlagerstandort?

Zurück zum Pressearchiv