Statement Grüne: Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung auf absolutes Minimum begrenzen

Gestern (Dienstag) veröffentliche die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch eine Studie, nach der bis zu 35 Prozent des deutschen Hähnchenfleischs mit  resistenten Keimen gegen Reserveantibiotika belastet sind. Dazu sagt Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag:

Ministerin Otte-Kinast legt wieder einmal die Hände in den Schoss und will das Problem auf die Endverbraucher abwälzen Es ist absurd, dass sie zur Lösung des Problems lediglich Zubereitungstipps abgibt. Die Lösung für sichere Lebensmittel kann nur heißen, den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung auf ein absolutes Minimum herunterzufahren. Wir müssen wegkommen vom vorbeugenden Medikamenteneinsatz. Der Einsatz von Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung ist komplett zu verbieten. Mit der vom Ministerium geplanten Verlagerung der Zuständigkeiten bei der Antibiotikaüberwachung von der Landesebene auf die Kommunen will sich die Ministerin eines leidigen Themas entledigen. In der Sache erweist sie so dem Verbraucherschutz und der Lebensmittelsicherheit einen Bärendienst. Eine landesweite Kontrolle der Antibiotikagaben wird so durch die Ministerin aktiv erschwert.

Die teils hohe Keimbelastung von Geflügelfleisch ist seit Jahren bekannt. Schon 2012 fand der BUND bei einer Untersuchung auf der Hälfte aller Hähnchenfleischproben für den Menschen gefährliche Keime. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft schon damals den massiven Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion als bedenklich ein. Dennoch zeigt die Studie von Germanwatch, dass das Problem dramatisch zunimmt und vor allem multiresistente Keime eine große Gefahr darstellen.

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