Pressemeldung Nr. 100 vom

Wenzel: „Standort Gorleben war Ergebnis einer politischen Kungelei" Grüne fordern Neubeginn bei der Endlagersuche

Der Fraktionsvorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, fordert Ministerpräsident Christian Wulff zu einem Neubeginn bei der Endlagersuche auf. Das Signal sollte aus Niedersachsen kommen, sagte Wenzel.

"Gorleben war das Ergebnis einer politischen Kungelei", so Wenzel. Der damalige Chefgeologe des Landes Niedersachsen habe sich in einem Gutachten für den damaligen Bundeskanzler Schmidt und Ministerpräsident Albrecht offenbar gegen Gorleben ausgesprochen. Albrecht habe sich aus politischen Gründen für Gorleben entschieden. Das Gutachten von Lüttig und Wager wurde jahrzehntelang als Verschlusssache behandelt und ist bis heute nicht veröffentlicht, so Wenzel. Er forderte die Landesregierung auf, das Gutachten unverzüglich vorzulegen.

Alle Unterlagen zeigten auch, dass die Asse der Prototyp von Gorleben war. "Auch deshalb darf man in Gorleben keine Fakten schaffen", sagte Wenzel. Nur eine vergleichende ergebnisoffene Suche nach der besten geologischen Formation sei aus heutiger Sicht noch verantwortbar. Ein vergleichendes Suchverfahren müsse auch Bestandteil der neuen Sicherheitskriterien sein, die in Berlin derzeit verhandelt werden.

Wenzel und die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte, die aus der betroffenen Region stammt, zeigten sich erfreut, dass die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg und die Umweltverbände anlässlich des 30. Jahrestages des großen Gorlebentrecks gegen die Atompolitik der Bundesregierung zu einem großen Treck nach Berlin eingeladen haben. "Wir werden auf jeden Fall in Berlin sein", sagten Wenzel und Staudte.

 

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