PRESSEMITTEILUNG Grüne kritisieren AfD-Forderung: Milchbauern nachhaltig unterstützen

Die Corona-Pandemie hat viele negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Auch die Milchwirtschaft ist betroffen, da der Export-Markt eingebrochen ist und nun ein erneuter Preisverfall droht. Die Landtagsabgeordnete der Grünen Miriam Staudte kritisiert in diesem Zusammenhang die Forderung des AfD-Bundestagsabgeordneten Wilhelm von Gottberg, der als Maßnahme ein erneutes Aufkaufen des Milchpulvers durch die EU fordert. In der vergangenen Milchpreiskrise 2014 hatte die EU 358.000 t Milchpulver aufgekauft und eingelagert.

„Dieses Aufkaufen hat allerdings nicht wie gewünscht zu einer Preisstabilisierung geführt, sondern eine dauerhaft dämpfende Wirkung auf den Milchpreis gehabt, da von der Ernährungswirtschaft immer das Drohpotenzial gegenüber den Milchbauern im Raum stand, statt auf Frischmilch auf Milchpulver zurückzugreifen. Die ganze Aktion war eine reine Geld- und Energie-Verbrennung. Allein die Lagerung hat 10 Millionen Euro jährlich gekostet. Bis heute hat die EU-Kommission trotz Parlamentsanfragen nicht offengelegt, an wen sie das Milchpulver letztendlich verkauft hat. Ist es in Biogasanlagen, in Entwicklungsländern oder bei den Großmolkereien gelandet, denen es vorher teuer abgekauft wurde.“

Aus Sicht der Grünen-Politikerin besteht zwar Handlungsbedarf, aber der muss in die Richtung der koordinierten Mengenreduzierung gehen, wie dies auch der Bund der Deutschen Milchviehhalter (BdM) seit Jahren mit seinem Milchmengen-Reduzierungsmodell fordert. „Der einzelne Milchviehbetrieb muss betriebswirtschaftlich denken, er kann derzeit nur über mehr Menge Mehreinnahmen erzielen. Deswegen brauchen wir das Einschreiten der EU-Kommission im Rahmen der Milchmarkt-Beobachtungsstelle. Schon kleine Mengenreduzierungen können, wenn sie flächendeckend passieren, den Milchpreis nach oben korrigieren, sodass auch die Milchviehbetriebe wieder besser dastehen,“ so Staudte. „Milchpulver für die Verklappung in der Biogasanlage zu produzieren, ist volkswirtschaftlicher und ökologischer Unsinn. Und dazu kann es bei Milchpulverbergen letztendlich kommen.“

Staudte fordert Landwirtschaftsministerinnen Barbara Otte-Kinast (CDU) auf, sich endlich der Thematik anzunehmen und die Milchbauern sinnvoll und nachhaltig zu unterstützen. „Dazu gehört auch endlich die Abkehr von der Export-Orientierung in der Landwirtschaft. Der Weltmarkt ist zu volatil, um darauf zu bauen. Nur im Binnenmarkt können gewinnbringende Preise erzielt werden.“

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