Pressemeldung Nr. 24 vom

Notfallzulassung Neonicotinoide Grüne: Landwirtschaftsministerium muss über Warum und Wo informieren

Darum geht’s

Erstmalig wurde für dieses Jahr in Niedersachsen eine Notfallzulassung für den Einsatz EU-weit verbotener Neonicotinoide erteilt. Auf rund 34.000 ha Zuckerrübenanbaufläche darf noch bis Ende April mit dem Pestizid „Cruiser 600 FS“ behandeltes Saatgut ausgebracht werden. Die Grünen im Landtag haben eine Anfrage gestellt, um Klarheit für Imkerinnen und Imker über die betroffenen Landkreise zu bekommen. Außerdem wollen sie aufklären, wie es zu der überraschenden Entscheidung kam, nachdem sich der Landtag vergangenen Sommer noch gegen Notfallzulassungen ausgesprochen hat.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin

„Die Notfallzulassung für Neonicotinoide ist - wie der vollkommen überflüssige Imker-Führerschein - ein Schlag ins Gesicht der Imkerinnen und Imker in Niedersachsen. Die EU hat Neonicotinoide vor drei Jahren zurecht wegen ihrer Bienengefährlichkeit verboten. Es kann nicht sein, dass jetzt tausende Imkerinnen und Imker die Ungewissheit haben, ob ihre Region von den Notfallzulassungen betroffen ist. Dies könnte für ganze Bienenvölker das Ende bedeuten. Das Landwirtschaftsministerium hätte längst selbst eine Liste herausgeben müssen in welchen Landkreisen der Einsatz der bienengefährlichen Pestizide erlaubt werden soll. Dann gäbe es zumindest Klarheit und die Möglichkeit auf andere Standorte auszuweichen.“

Hintergrund

In Niedersachsen werden auf rund 100.000 ha Zuckerrüben angebaut. Ein Drittel dieser Fläche wurde vom Landwirtschaftsministerium offiziell als Hotspot-Region für den Vergilbungsvirus eingestuft. Dieser wird von Blattläusen übertragen und sorgt für Ertragseinbußen.

Auch wenn die mehrjährig wachsende Zuckerrübe in der Regel nicht blüht, haben Studien nachgewiesen, das nützliche Insekten Gifte über „Honigtau“ und von der Pflanze ausgeschiedenes Wasser aufnehmen.

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