Umweltminister bleibt Antworten schuldig Landtagsgrüne stellen Dringliche Anfrage zur Sicherheitsproblematik der Castoren

Auf die Frage, wie die Landesregierung die kürzlich bekannt gewordenen Vorwürfe der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) gegenüber der industriellen GNS (Gesellschaft für Nuklear-Sicherheit) hinsichtlich der Manipulation der Untersuchungsergebnisse zur Sicherheit der neuen Castorbehälter beurteilt, antwortete Umweltminister Sander (FDP) ausweichend: Es handele sich um eine Bundesangelegenheit.

Auch die  seit langem erhobene Forderung von Grünen und Atominitiativen nach der Durchführung von Versuchen an Original-Behältern anstelle von Computersimulationen und Test an verkleinerten Modellen war Bestandteil der Dringlichen Anfrage.  Minister Sander bezeichnete Tests mit Originalbehältern zwar als "wünschenswert", auf die Nachfrage, ob er sich als Atomaufsichtsbehörde denn dann schon in diesem Sinne engagiert habe, blieb er die Antwort schuldig.

Ferner konnten differenzierte Nachfragen der Landtagsabgeordneten Staudte bezüglich des französischen Behälter TN 85, der in diesem Jahr beim Gorleben-Transport zum Einsatz kommt, nicht beantwortet werden. Staudte hatte nach  realistischen Sicherheitstests zur Fall- und Feuersicherheit oder der Widerstandsfähigkeit des Behältertyps bei einem Aufprall mit 60 bis 100 km/h, einem Tunnelbrand oder einem terroristischen Anschlag mit einer Panzerfaust gefragt.

Abschließend kritisiert die Grünen-Politikerin das Desinteresse des zuständigen Ministeriums an Sicherheitsfragen, die die niedersächsische Bevölkerung betreffen und bezeichnet die CDU-/FDP-Landesregierung, die  sich in der jüngsten Vergangenheit erneut für die umstrittenen niedersächsischen Endlagerstandorte ausgesprochen hat, als "verantwortungslose, atomare Nestbeschmutzer".

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