Sozialausschuss des Landtags nimmt Ursachenforschung wieder auf Leukämie in der Elbmarsch

Der Sozialausschuss des Landtags hat seinen Arbeitsauftrag aus der letzten Wahlperiode in Sachen "Leukämie in der Elbmarsch" wieder aufgenommen. In seiner Sitzung am 11.Februar 2009 diskutierte der Ausschuss mit Prof. Weiss vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) das weitere Vorgehen. Gemeinsamer Entschluss des Ausschusses ist die Anberaumung eines Expertengesprächs mit den Teilnehmern der im April 2007 stattgefundenen Landtagsanhörung. Damals war es zu einer so genannten "Kügelchen-Kontroverse" zwischen Prof. Mironov von der Sacharow-Universität in Minsk und Dr.Gerdes von der Uni Frankfurt gekommen. Beide Experten hatten Bodenproben aus der Elbmarsch untersucht. Jedoch nur Mironov hatte die umstrittenen radioaktiven "PAC-Kügelchen" gefunden. PAC steht für Plutonium-Americium-Curium. Nun soll ein umfangreicher Fragenkatalog klären, wie das unterschiedliche Ergebnis zustande gekommen ist.

"Unser Ziel ist weiterhin die Ursachen für das weltweit auffälligste Leukämie-Cluster zu finden. Das sind wir den Menschen in der Region schuldig," so Miriam Staudte, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Sozialausschuss. Sie plädiert dafür, neue Bodenproben zu nehmen und einem klar vereinbarten Untersuchungsverfahren zu unterziehen. "Nur so können bestehende Zweifel ausgeräumt werden," meint Staudte.

Bislang sind 17 Kinder und Jugendliche zwischen Geesthacht und der Elbmarsch an Leukämie erkrankt. Vier davon sind verstorben.

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