Statement Miriam Staudte: Ausschussunterrichtung zum Versuchslabor Mienenbüttel

Zu den Enthüllungen der Soko Tierschutz bei einem Tierversuchslabor im Landkreis Harburg sagt Miriam Staudte, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag:

„Die schockierenden Filmaufnahmen der Soko Tierschutz belegen erneut das Kontrollversagen staatlicher Behörden beim Tierschutz. Die heutige Anhörung im Agrarausschuss hat uns deutlich gemacht, dass es der Firma LPT an notwendiger Zuverlässigkeit fehlt, eine solche Einrichtung zu betreiben. Hier wurde kriminelle Energie an den Tag gelegt, die im Bereich von Tierversuchen nicht zu tolerieren ist. Es ist ein Armutszeugnis, dass Tierschutzorganisationen massive Tierquälerei offenlegen müssen, damit staatliche Behörden handeln. Zwei Kontrollen jährlich durch die Veterinärbehörden sind in keiner Weise ausreichend. Es fehlt an häufigeren, unabhängigen Kontrollen und offensichtlich auch an Fachwissen. Wir fordern deswegen eine spezialisierte Kontrollinstanz mit ausreichend Personal und Schlagkraft auf Landesebene, damit Tiere nicht unnötig leiden. Dass Affenkäfige zu klein sind, müsste schon vorher aufgefallen sein. Es geht aber auch um ein grundsätzliches Problem: Praktisch jeder Antrag Tierversuche durchzuführen, wird genehmigt. Allein im Jahr 2017 wurden bei Tierversuchen 2,8 Millionen Tiere getötet. Dabei hat sich Deutschland verpflichtet, diese Zahlen deutlich zu reduzieren. Tierversuchsfreie Forschung muss die Regel werden und nicht die Ausnahme sein.“

Zum Hintergrund

Mit einem Entschließungsantrag fordern die Grünen die Landesregierung auf, die EU-Tierversuchsrichtlinie endlich umzusetzen und die Tierversuchszahlen signifikant zu reduzieren. 2017 gab es rund 2,8 Mio Versuchstiere, 232.000 davon in Niedersachsen.

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