Statement Miriam Staudte: Bedrohte Wälder brauchen mehr

Im zweiten Dürrejahr in Folge steht das Ökosystem Wald an vielen Orten auf der Kippe. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin hat anlässlich eines Waldgipfels heute (Montag, 9. September) einen Maßnahmenkatalog vorgestellt. Aus Sicht der Grünen ist für eine Rettung der Wälder und ihre Nutzung für den Klimaschutz wesentlich mehr nötig. Dazu bringen die Grünen in der Landtagssitzung in dieser Woche aktuell einen entsprechenden Antrag zum Thema Wald und Klimawandel ein.

Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag:

„Die Probleme des Waldes sind nicht mehr zu übersehen und präsent wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Ministerin Otte-Kinast hat das Thema jedoch bisher regelrecht verschlafen. Außer einer routinemäßigen Sitzung des Waldbeirats ist bisher nichts passiert.

Die überfälligen Vorschläge für ein bisschen Aufforsten und lediglich viele Ankündigungen allein reichen jedoch bei weitem nicht. Die Ministerin hat mangels Vorsorge faktisch keinerlei zusätzlichen eigenen Finanzmittel zur Hand. Die wenigen Mittel fließen ausschließlich in Schädlingsbekämpfung, nicht in den notwendigen Waldumbau. Das Nachbarland Hessen nimmt 200 Mio. Euro Landesgeld in die Hand. Es braucht aber noch mehr als ausreichend Geld zur Anschubfinanzierung. Es kommt auch darauf an, wie aufgeforstet wird. Außerdem vertrocknen die Neuanpflanzungen ohne Feuchtigkeit im Wald. Die Landwirtschaftsministerin hat bisher nichts für eine sparsamere Beregnung von Äckern getan. Sinkende Grundwasserstände gefährdeten jedoch den Wald an vielen Standorten.

Die Grünen schlagen deshalb konkrete Maßnahmen vor, um die Wälder klimarobuster und ökologisch nachhaltiger zu machen. Insbesondere an trockenen und klimagefährdeten Standorten muss der Umbau von Nadelwald-Monokulturen zu naturnahmen Mischwäldern beschleunigt werden. Auch der Aufbau von Humus im Waldboden ist nötig, um Trockenphasen künftig besser zu überstehen.

Die Vergrößerung von Revieren im Landesforst muss gestoppt werden. In der Kernzone des Nationalparks Harz kann die Natur selbst auf den Klimawandel reagieren. Daraus kann gegebenenfalls gelernt werden. Im bewirtschafteten Wald kommt es darauf an, qualitativ gute Mischwälder anzulegen. Neben heimischen Baumarten wird dort auch der Anbau von verwandten Baumarten aus anderen europäischen Klimaregionen sinnvoll sein.

Die Herausforderungen in Sachen Klimaschutz für die Landwirtschaftsministerin beschränken sich allerdings nicht nur auf den Wald. Die Landwirtschaft selbst und deren Umbau zu einer klimafreundlichen nachhaltigen Wirtschaftsweise ist überfällig, wird aber von der Ministerin völlig außen vorgelassen – in den bisherigen Plänen der GroKo für mehr Klimaschutz in Niedersachsen steht dazu bisher kein einziges Wort.“

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