Pressemeldung Nr. 58 vom

Kükentöten Miriam Staudte: Verbot in Niedersachsen ist überfällig

Darum geht‘s

Am kommenden Donnerstag (13. Juni) gibt das Bundesverwaltungsgericht sein Urteil zur Zulässigkeit des Tötens männlicher Küken bekannt. Die Grünen im Niedersächsischen Landtag fordern angesichts der mittlerweile vorhandenen Alternativen auch losgelöst vom konkreten Urteilsspruch die Landesregierung auf, das Töten von Küken in Niedersachsen bis spätestens Ende diesen Jahres zu beenden.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, tierschutzpolitische Sprecherin

„Niedersachsen muss das sinnlose Töten männlicher Küken endlich stoppen. Dafür bräuchte Ministerin Otte-Kinast nicht einmal auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in dieser Woche zu warten. Sie könnte selbst mittels eines Erlasses aktiv werden.  

Denn es gibt keinen Grund, gesunde Tiere aus wirtschaftlichen Erwägungen gleich nach dem Schlüpfen zu vergasen. Eine Vielzahl von beispielhaften Initiativen, bei denen auch die männlichen Küken ausgebrütet und aufgezogen werden, belegen dies tagtäglich. Auch die Geschlechtsbestimmung vor dem Schlüpfen ist längst praxistauglich, wie hunderte Filialen zweier Supermarktketten in Berlin eindrucksvoll beweisen.

Vor einem Jahr hatte Otte-Kinast öffentlich angekündigt, dass zum ersten Januar 2019 Schluss sei mit dem massenhaften Töten männlicher Küken. Das Verbot in Niedersachsen ist also überfällig: Eine verbindliche Beendigung der Ausnahmetatbestände zum Ende des Jahres bringt auch den Brütereien Klarheit und bietet ihnen die Möglichkeit, die Produktion auf alternative Verfahren umzustellen.“

Zum Hintergrund

Das Schreddern von Küken ist in Niedersachsen eigentlich schon seit Jahren verboten. Das derzeitig praktizierte Vergasen der Küken ist ausnahmsweise und auch nur so lange zulässig, bis praxi­staugliche Alternativen existieren. Diese liegen, wie verschiedenste Beispiele zeigen, mittlerweile vor. Bereits im November 2018 hatte Landwirtschaftsministerium auf Grünen Unterrichtungswunsch hin, berichtet, dass „marktreife Verfahren“ zur Geschlechtsbestimmung im Ei existieren.

Im April 2018 hatte Ministerin Otte-Kinast in Aussicht gestellt, dass in Niedersachsen ab dem 1. Januar 2019 das massenhafte Töten männlicher Küken beendet sein soll.

Niedersachsen ist mit 30 gewerblichen Brütereien und vielen Legebetrieben Deutschlands Haupteierproduzent; rund die Hälfte aller deutschen Brutbetriebe liegen hier . Jährlich werden in den niedersächsischen Betrieben etwa 27 Millionen männliche Küken der Legerassen vergast, weil eine Aufzucht aus Sicht der Mäster nicht lohnenswert erscheint. Deutschlandweit sind es 45 Millionen.

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