Statement Miriam Staudte zum Ökolandbau

Zu Berichten über den nahezu stagnierenden Anstieg des Ökolandbauanteils in Niedersachsen erklärt Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion:

„Ein Anstieg der Öko-Flächen von 3,9 Prozent auf 4,1 Prozent in anderthalb Jahren ist für ein Agrarland wie Niedersachsen blamabel wenig. Ministerin Otte-Kinast hat zwar das Ziel eines Anteils der Biobetriebe von 10 Prozent im Jahr 2025 ausgegeben, benennt und ergreift aber keine Maßnahmen, wie sie das erreichen will. Im Gegenteil: die Mittel zur Information über die Umstellung auf Ökolandbau, zum Beispiel über entsprechende Messeauftritte, wurden im letzten Haushalt sogar um 200.000 Euro gekürzt.

Ankündigungen und ein bloßes Weiterführen bestehender Programme reichen aber für den Wandel nicht aus. Otte-Kinast verkennt, dass im Ökolandbau nicht nur Chancen zur Anpassung an den Klimawandel liegen, sondern auf diese Weise auch den Nährstoffüberschüssen im Grundwasser entgegen gewirkt werden kann.

Wir Grüne fordern, den Absatz von Bioprodukten durch Umstellung öffentlicher Verpflegung in Mensen und Kantinen auf Bio zu fördern, so wie es zum Beispiel in Bremen beschlossen wurde. Auch die Weiterverarbeitung von Bioprodukten muss angekurbelt werden.“

Hintergrund

Am Wochenende berichtete dpa, dass Niedersachsen mit 4,1% ökologisch bewirtschafteter Flächen bundesweites das Schlusslicht beim Ökolandbau bleibt. Im Vergleich zu Ende 2017 ist er Anteil nur um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Der wachsende Anteil der Ökobetriebe an der Gesamtzahl der Höfe von 4,9 auf 5,4 Prozent ist auch durch das Höfesterben konventioneller Betriebe zu erklären.

Im April 2018 hatte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium angekündigt bestehende Förderprogramme weiterentwickeln zu wollen. Weil davon bislang wenig umgesetzt wurde, haben die Grünen heute eine Kleine Anfrage zum Sachstand eingereicht.

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