Statement Miriam Staudte: Zusätzliches Geld für den Wald muss richtig eingesetzt werden

Die Rettung der vom Klimawandel auch in Niedersachsen stark geschädigten und bedrohten Wälder stand heute (Mittwoch, 9. Oktober) im Mittelpunkt des Forums „Wald und Klima“ der Forstgewerkschaft BDF und die Industriegewerkschaft Bau. Ministerpräsident Weil und Forstministerin Otte-Kinast sicherten zwar finanzielle Hilfen zu, allerdings bleibt Niedersachsen hinter anderen Bundesländern deutlich zurück.

Miriam Staudte, forstpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag:

„Unsere Wälder in Niedersachsen sind ein kostbares Gut und sind bedroht. Obwohl Ministerpräsident Weil den ökologischen Waldumbau verspricht, läuft die finanzielle Förderung unter seiner Ministerin Otte-Kinast in die entgegengesetzte Richtung. Denn das Förderprogramm des Landes behindert den dringend notwendigen Umbau von Nadelwald zu ökologisch wertvollerem Laubwald. In Niedersachsen beträgt der Laubwaldanteil derzeit durchschnittlich gut 40%. Die Fördermittel gibt es mit dieser Ministerin bei Erstaufforstungen schon für einen wesentlich geringeren Laubbaumanteil von nur 30%. Mit diesem Ansatz wird der also der wichtige Laubbaumanteil sinken statt steigen. Die finanzielle Förderung des Landes muss stattdessen wieder wie bis 2017 ambitionierter und besser an die Standorte angepasst werden. Ziel muss ein Mischwald sein, der resistenter gegen Trockenheit, Stürme, Schädlingsbefall und Waldbrandgefahr wird und damit besser gegen die akuten Folgen des Klimawandels gewappnet ist. Wenn der Ministerpräsident einen ökologischen Waldumbau will, muss er dringend eingreifen und seiner Ministerin klare Ansagen machen und für geänderte Förderregeln sorgen. Zur Rettung unserer Wälder und den dafür notwendigen Umbau muss sich diese Landesregierung schnell einigen, wenn sie weitere Schäden verhindern will.“

Zum Hintergrund

Der Bund will bundesweit 480 Mio. Euro Bundesmittel bis 2023 bereitstellen. Niedersachsen will lediglich für die kommenden vier Jahre die Gegenfinanzierung von 11,5 Mio. Euro jährlich bereitstellen, aber anders als andere Bundesländer keinen Euro darüber hinaus für den ökologischen Waldumbau. 

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