Grüne besuchen Kitas Reichen 142.000 Euro für Kita-Sprachförderung in DAN?

"Die ersten Jahre sind die wichtigsten." Dies war eine zentrale Aussage der Dannenberger Kita-Leiterin Angela Behr beim Besuch der Grünen in der Kita Mullewapp am Donnerstag dieser Woche. Die regionale Landtagsabgeordnete Miriam Staudte, die Kommunalpolitikerin Rosmarie Geuder und der Sprecher des Grünen Ortsverband Elbtalaue Eike Weiss haben die Kindertagesstätte des DRK und den künftigen Waldkindergarten in Hitzacker besucht. 

Thema des Besuchs in Dannenberg war die Frage, wie die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher besser unterstützt werden kann. Von Seiten der Kita-Leiterinnen Angela Behr und Carola Jahncke wurde von den erheblich gestiegenen pädagogischen und bürokratischen Anforderungen an die Erzieherinnen und Erzieher berichtet. So sei die Elternarbeit immer wichtiger geworden. "Wir machen das gern und halten die Beratung von Eltern für ausgesprochen nachhaltig. Aber stets wird nur eine zeitlich begrenzte Projektförderung angeboten, so dass wir erfolgreiche Projekte wie die Entwicklung zum Familienzentrum oder das FUN-Projekt zur Frühförderung wieder einstellen müssen", kritisieren die beiden Pädagoginnen. "Wir benötigen mehr Zeitressourcen", so Behr. Auch Rosmarie Geuder, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses der Samtgemeinde Elbtalaue, sieht das so: "Als ich vor über 40 Jahren in einer Berliner Kita gearbeitet habe, hatten wir 25 Kinder in der Gruppe. Heute sind die Gruppen immer noch so groß."

Einen Engpass gebe es bei Neueinstellungen, so die Kita-Leitung. Der Beruf sei immer noch unterfinanziert. "So können wir nicht genügend Berufseinsteigerinnen und -einsteiger für diese Aufgaben begeistern", erklärt DRK-Abteilungsleiter für Kindertagesstätten Kai Christiansen. Und auch Sondergenehmigungen für den Quereinstieg seien schwer zu bekommen, selbst wenn die Bewerberinnen aus dem pädagogischen Bereich kämen. "Das ist nicht nachzuvollziehen. Da besteht wirklich Handlungsbedarf", so der Grüne Eike Weiss. Staudte versprach, die Anregungen Richtung Kultusministerium weiterzugeben. "Wir begrüßen die Beitragsfreiheit ab 1. August, aber die Qualität darf deswegen nicht leiden", so die Landtagsabgeordnete Staudte. Dass die Sprachförderung nun in den Kitas und nicht in den Schulen stattfinden solle, sei eine richtige Entscheidung. Diese Umstellung aber auch zum 1. August übers Knie zu brechen, sei unnötig gewesen. Nach Aussagen der Landtagsabgeordneten stehen für den Landkreis Lüchow-Dannenberg nun insgesamt 142.000 Euro für die Sprachförderung in Kitas zur Verfügung. Doch werden diese Gelder reichen? Keine vier Wochen vor der Umsetzung sei diese Nachricht des Kultusministeriums auf jeden Fall zu spät gekommen. Es müsse sicher gestellt werden, dass diese Umstrukturierung nicht genutzt werde, um Gelder einzusparen. "Hier werden wir nachbohren", so Staudte.

Beim anschließenden Besuch in Hitzacker konnte das Gelände des künftigen Waldkindergartens mit dem neuen Bauwagen bestaunt werden. Ab dem neuen Kita-Jahr startet die 15-köpfige Kindergruppe. Die Warteliste sei jetzt schon lang, berichten die Waldorfpädagoginnen Birgit-Marie Stoewer und Swantje Theben.

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