PRESSEMITTEILUNG Rückbau AKW Krümmel: Landkreis beantragt Landesmittel

Auf Initiative der Kreistagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen hat der Landkreis Lüneburg 25.000€ beim Land Niedersachsen beantragt, um das Thema Rückbau Krümmel fundierter begleiten zu können. Petra Kruse-Runge, Fraktionsvorsitzende der Kreistagsgrünen und aktiv bei der Lüneburger Anti-Atominitiative LAga erläutert den Hintergrund: „Auch beim Rückbau eines Atomkraftwerks werden radioaktive Emissionen freigesetzt. Wir wollen, dass das AKW Krümmel mit so geringen Belastungen wie möglich rückgebaut wird.“ Da die Energiekonzerne alleine für den Rückbau finanziell verantwortlich seien, sei zu befürchten, dass bei verschiedenen Rückbau-Verfahren tendenziell die kostengünstiger beantragt werde, meint die grüne Kommunalpolitikerin.  Die rot-grüne Mehrheit im niedersächsischen Landtag hatte erstmalig im Haushalt 2016 einen Etat von 80.000€ für verbesserte Bürgerbeteiligung bereitgestellt. Landkreise in der unmittelbaren Umgebung von AKW-Standorten können diese Mittel formlos beim Land beantragen.

„Genehmigungsbehörde für den Rückbau des AKW Krümmel ist zwar das schleswig-holsteinische Umweltministerium, aber wir wollen alle niedersächsischen Kommunen unterstützen“, so die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte, die sich für das Bereitstellen der Mittel eingesetzt hatte. Der Landkreis Lüneburg kann mit den Landesmitteln öffentliche Informationsveranstaltungen durchzuführen und unabhängige Sachverständige mit Gutachten beauftragen. „Uns geht es darum, die Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Lüneburg so gut zu informieren, dass sie im Rahmen der formalen Öffentlichkeitsbeteiligung im kommenden Jahr ihr Recht auf Einwendungen auch wirklich wahrnehmen können“,  betont Petra Kruse-Runge. Bislang hat Krümmel-Betreiber Vattenfall offen gelassen, ob er eine Rückbau-Genehmigung überhaupt nutzen würde, da der schwedische Konzern die Bundesrepublik vor einen internationalen Schiedsgericht wegen des Atomausstieg-Beschlusses verklagt. 

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