PRESSEMITTEILUNG Staudte: Desinformation beim Aktionstag Pflanzenschutz

Die hiesige Landtagsabgeordnete der Grünen Miriam Staudte ist verärgert über den so genannten Feldversuch beim „Aktionstag Pflanzenschutz“. In Leisten hatten zwei Landwirte auf einem Acker weder Pestizide eingesetzt noch mechanische Unkrautbekämpfung betrieben und die verunkrautete Fläche dann örtlichen Politikern präsentiert.  „Jedes Jahr die gleichen platten Versuche, Pestizide als unersetzlich darzustellen. Was soll die zugewachsene Fläche denn beweisen? Im Biolandbau wird selbstverständlich nicht einfach auf Spritzmittel verzichtet. Biolandbau heißt nicht, die Fläche sich selbst zu überlassen. So ein Pseudoversuch ist reine Stimmungsmache, der zur Desinformation statt zur Information beiträgt,“ schimpft Staudte, stellvertretende Vorsitzende im Agrarausschuss des Landes. Die Methoden zur Regulierung von ungewünschten Beikräutern im Ökolandbau seien vielfältig. Manche beginnen mit der Anlage eines „falschen Saatbetts“. Das bedeute, dass der Acker ohne Saatgut zur Aussaat vorbereitet werde und man zunächst  die im Boden befindlichen Unkrautsamen keimen lässt. Zeitnah werden diese dann flächendeckend mechanisch beseitigt, so dass die Kulturpflanze danach nur noch einem geringen Unkrautdruck ausgesetzt ist. Andere Möglichkeiten der mechanischen Beikrautregulierung seien das Striegeln, Grubbern oder Hacken. Auch stehe die Möglichkeit der thermischen Behandlung zur Verfügung, entweder mit heißem Wasserdampf oder das Abflammen. Sollte es zu Schädlingsbefall kommen, können im Biolandbau auch natürliche Mittel etwa mit Chili-Extrakte eingesetzt werden.   Dass die Abgeordneten von CDU und AfD , Dorendorf und von Gottberg, sich von einem so unwissenschaftlichen Versuch beeindrucken lassen, sei bezeichnend. „Natürlich verbraucht die mechanische Bodenbearbeitung auch Energie, aber die Herstellung von Pestiziden ist wesentlich energieintensiver und zusätzlich weltweit mit Umweltrisiken verbunden,“ so die Grünen-Politikerin.

Staudte weist auch darauf hin, dass der „Aktionstag Pflanzenschutz“ auf der internen Internetseite des Landvolks bezeichnender Weise als  ´Aktionstag chemische Unkrautbekämpfung´  geführt wird. „Das trifft die Sache schon eher,“ so Staudte.  Die Grünen-Abgeordnete appelliert an das Landvolk: „Wer sich als verlängerte Arm der chemischen Industrie einspannen lässt, vertritt nicht die Interessen der Landwirtschaft, sondern der Konzerne.“

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