Zusammenlegung von Finanzämtern Staudte: Finanzamt Lüchow erhalten

Einen „ersten Schritt Richtung Schließung“ sieht die regionale Landtagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen Miriam Staudte in der geplanten Zusammenlegung der Finanzämter Lüchow und Uelzen mit Herabstufung von Lüchow zur Außenstelle. Staudte sieht Hinweise darauf in der Beantwortung einer Anfrage der FDP vom Januar diesen Jahres. Damals hatte die schwarz-rote Landesregierung in Bezug auf die Zusammenlegung und Weiterführung von Lüchow als Außenstelle geantwortet, dass „keine nennenswerten Einsparungen“ mit weiterhin zwei Standorten zu erwarten seien. „Das bedeutet, dass es danach noch weiter geht. Sonst könnte man sich den ersten Schritt schließlich sparen", so die Grünen-Politikerin. Sie sieht in der ganzen Herangehensweise der Landesregierung einen falschen Ansatz: „Hier wird nicht strukturpolitisch gedacht. Man kann doch nicht den demografischen Wandel in strukturschwachen Gebieten beklagen und gleichzeitig Strukturen im öffentlichen Bereich abbauen.“  

Auch im Hinblick auf die Suche nach Auszubildenden sei dies ein falsches Signal.  Die Landesregierung argumentiere in einer schriftlichen Unterrichtung des Landtags zur Situation der Finanzverwaltung damit, dass in bestimmten Regionen Niedersachsens wie Lüchow-Dannenberg aufgrund des demografischen Wandels künftig zu wenig junge Menschen zwischen 15 und 20 Jahren leben würden, um den Ausbildungsbedarf der Finanzämter decken zu können. „Da beißt sich doch auch wieder die Katze in den Schwanz: Warum ziehen denn junge Menschen in die Ballungsräume? Weil es dort mehr Arbeits-und Ausbildungsplätze gibt“, so Staudte.   

Die Grünen-Politikerin sieht einen anderen Grund als bedeutsamer für den Personalmangel in der Finanzverwaltung an: „Das Land Niedersachsen bildet aus, aber ein Teil der Fachleute wechselt irgendwann in die lukrativere Privatwirtschaft. Wenn man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten will, muss man die Attraktivität des Arbeitsplatzes erhöhen. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Nähe zwischen Arbeitsplatz und Wohnort. Diesen Faktor zu schwächen, wäre also kontraproduktiv. Und zur Attraktivität gehört auch, dass es an den jeweiligen Standorten Entwicklungschancen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt. Eine Verlagerung von speziellen Fachgebieten in die Hauptstellen trägt nicht dazu bei.“

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