Pressemeldung Nr. 77 vom

Keine Kapazitätserweiterung für Schacht Konrad Staudte: Sicherheitskonzept muss auf den Prüfstand

Darum geht’s

Die Regierungsfraktionen lehnen eine Kapazitätserweiterung des geplanten Endlagers Schacht Konrad ab. Die Planungen für Schacht Konrad sollen entsprechend dem Stand von Wissenschaft und Technik überprüft werden, dabei ist auch eine Rückholbarkeit der Abfälle notwendig. Einen entsprechenden Antrag haben SPD und Grüne heute (Montag 09.05.2016) im Umweltausschuss beschlossen.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, atompolitische Sprecherin

„Wir haben erhebliche Zweifel, ob Schacht Konrad dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik genügt. Deshalb geben wir aus Niedersachsen das klare Signal: Das Sicherheitskonzept muss auf den Prüfstand. Eine Kapazitätserweiterung für Schacht Konrad kommt nicht in Frage!“

„Die Bundesregierung agiert nach dem Motto ‚Augen zu und durch‘. Spätestens seit den Erfahrungen aus der Asse wissen wir, dass dieser Weg im Desaster endet. Der Berg der Atomabfälle wächst immer weiter. Die Bundesregierung muss auch für schwach- und mittelradioaktiven Abfälle ein belastbares Entsorgungskonzept vorlegen.“

Zum Hintergrund

Es ist weiter völlig offen, wie die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle der Bundesrepublik entsorgt werden sollen. Schacht Konrad ist zwar als Endlager genehmigt, es gibt jedoch erhebliche Bedenken, ob das ehemalige Erzbergwerk den heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht. Die Planungen stammen aus den 1980er-Jahren. Der Bund hat bislang keine aktualisierte Sicherheitsbetrachtung entsprechend dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik vorgelegt.

Zudem übersteigt die zu entsorgende Abfallmenge das genehmigte Einlagerungsvolumen für Schacht Konrad. Die Bundesregierung hat im Nationalen Entsorgungsprogramm (NaPro) die Planungen für eine Kapazitätserweiterung zwar zurückgenommen, Bundesumweltministerin Hendricks schließt jedoch nicht aus, dass die Erweiterungsoption zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen wird.

Zurück zum Pressearchiv