Umweltausschuss besucht Salzstock Gorleben

Nachdem der Umweltausschuss des niedersächsischen Landtags im September 2008 die einsturzgefährdeten Salzstöcke ASSE II und Morsleben besucht hat, stand am heutigen Montag der Salzstock in Gorleben auf dem Plan.

17 Mitglieder des Landtags – unter ihnen die regionalen Abgeordneten Andrea Schröder-Ehlers, Kurt Herzog  und Miriam  Staudte- fuhren in den 840m tiefen Salzstock ein, in dem im Gegensatz zu ASSE und Morsleben noch keine Atommüll eingelagert ist.

Rund anderthalb Stunden durchwanderten die Abgeordneten die 7 km langen Gänge und Katakomben unter Tage.

"Unser Eindruck, dass hier nicht nur erkundet wurde, sondern unrechtmäßig schon für die Einlagerung ausgebaut wurde, hat sich bestätigt,"so Miriam Staudte. "Kein Wunder, dass die Kosten für diesen Schwarzbau sich schon auf 1,5 Milliarden € belaufen," ärgert sich die Grünen-Politikerin.

Die Grünen erneuern ihre Forderung nach einer ergebnisoffenen Endlagersuche für den hochradioaktiven Atommüll. "Wir brauchen den direkten Vergleich zwischen verschiedenen Standorten und verschiedenen Endlagermedien, nur so können wir die am besten geeigneten Lagerstätte auswählen," so Staudte. "Wir müssen sorgfältiger vorgehen als bei der ASSE," fordert die grüne Abgeordnete und verweist auf das mangelhafte Deckgebirge des wendländischen Salzstocks.

Auch plädieren die Grünen dafür, die Rückstellungen der Atomindustrie für die Entsorgung des Mülls und den Rückbau der Atomkraftwerke in einen "öffentlich-rechtlichen Fonds" zu überführen. Bislang können die Energieversorger frei über die ca. 28 Milliarden € verfügen. "Wir müssen sicherstellen, dass diese Gelder so sicher wie möglich angelegt werden," fordert Staudte mit Hinweis auf die Finanzkrise.

Die Zukunft des Salzstocks Gorleben ist ungewiss. Ob Gorleben zum Endlagerstandort ernannt wird, hängt entschieden von dem Ausgang der kommenden Bundestagswahl ab. Ende 2010  läuft der Erkundungsstopp – das Moratorium- ab. Da Vergleichsbohrungen bisher nicht stattgefunden haben, fordern die Grünen eine Verlängerung des Gorleben-Moratoriums.

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