PRESSEMITTEILUNG Zukunftsprojekte in der Gemeinde Eschede: Landtagsabgeordnete Staudte und Kreisgrüne Marlies Petersen unterwegs

Mit frisch gemostetem Apfel- und Birnensaft begann die Tour durch Eschede für die Kreisvorsitzende von Bündnis´90/Die Grünen Marlies Petersen und die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte beim „Saftladen“ in Habighorst.
„Die eigene Obsternte mosten, das ist unser Ansinnen. Wir haben aber selbst Obstbäume und pflücken dort, wo biologisch angebaut wird,“ erzählen Marlies und Frank Mauritz. Die Familie hat den Landgasthof in Eschede von der Gemeinde erworben. „Ihr Konzept des Wohnens, Mosterei mit eigenem Laden für den Verkauf passt ins Dorf“, erklärt die Grüne Kreistagsabgeordnete Petersen. Auch heute noch treffen sich die Nachbarn im Saftladen. Die Mosterei ist ein Familienprojekt. „Der Laden soll noch ausgebaut werden, wir machen alles nach und nach“, kündigt Marlies Mauritz an, deren Honig aus eigener Imkerei das Angebot ergänzt. Auf die Frage der Abgeordneten Staudte, ob der Aufbau ihres Betriebs gefördert worden ist, schüttelt Frank Mauritz den Kopf.  „Die Förderprojekte sind alle auf große Betriebe zugeschnitten, das ist der Grund warum wir lieber darauf verzichteten und unseren finanziellen Rahmen überschauen können.“ Das sei nachvollziehbar, meint Staudte. „Es ist aber ein Fehler im Fördersystem, dass immer nur ab einer gewissen Mindestsumme gefördert wird. Der Betrieb ist ja gerade so nachhaltig , weil er nur auf Regionalität ausgerichtet ist,“ meint die Staudte, stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses im Landtag.

Familie Mauritz tritt aber auch offen für das Volksbegehren Artenvielfalt ein. „Zusammen mit dem Gartenbaubetriebsinhaber Norbert Echterhoff hat Habighorst kompetente Naturschützer, die selbst anpacken und eigene Betriebe haben. Sie sammeln Unterschriften und informieren fundiert über notwendige Maßnahmen im Arten- und Naturschutz,“ berichtet Marlies Petersen. „Zusammen mit Helga Schuller vom Nabu und vielen Unterstützer*innen in Eschede wird das Volksbegehren von uns voran gebracht,“ so Petersen.

Einige Kilometer weiter begrüßte Torben Heese die beiden Politikerinnen. Annegret Pfützner, ebenfalls Kreistagsmitglied der Grünen, kommt hinzu. Vor 115 Jahren hat der Ur-Großvater von Torben Heese die Rieselwiesen für den Bau der Teichanlage gekauft, Teiche angelegt und seitdem ist die Anlage im Familienbesitz. Eine Räucherei und der Hofladen ergänzen den Betrieb. Bekannt ist sie vor allem bei den Erholungssuchenden, die in der Natur spazieren. Gerade bei heißem Wetter ist das Areal begehrt, weil die Wasserflächen immer etwas kühlen. Hier sieht man Seeadler, Fischadler, Graureiher, Eisvogel, Ringelnattern und mit Glück einen Fischotter.

Nur durch diese extensive, naturnahe Bewirtschaftung kann die Artenvielfalt erhalten bleiben, ansonsten würden die Teiche wieder trockenfallen, verbuschen und bewalden. „Für den wirtschaftlichen Betrieb benötigen wir eigentlich nicht so weitverzweigte Teichanlagen. Wir betreiben sie aber weiter, weil wir dieses Biotop erhalten wollen“, so Heese. Gefördert wird dies nach Ansicht Heeses aber nicht ausreichend. "Wir fallen durch alle Raster," so der Fischwirt. Lediglich ein Teil der Fischverluste, die nach dem Besatz 20-60% betragen, werde ausgeglichen. Es sei schon immer so gewesen, dass sich viele Tierarten am gedeckten Tisch der Teiche bedient hätten. Damit müsse man leben. „Man sollte sich aber mal vorstellen, was los wäre, wenn der Wolf 20 Prozent der Schafe reißen würde,“ zieht Heese einen eindrücklichen Vergleich. Seine Hoffnung ist, dass bei den Beratungen zum Niedersächsischen Weg für mehr Artenschutz auch die Teichwirtschaften endlich berücksichtigt werden. Der Landesfischeiverband Niedersachsen e.V. hat anlässlich der anstehenden Novellen im Natur- und Wasserrecht ein Positionspapier erarbeitet, das Heese den Grünen-Abgeordneten mitgibt. So verweist der Landesfischereiverband zum Beispiel auch auf Pflanzenarten, die nur in den wenigen Teichwirtschaften überleben können wie die Strandlingsgesellschaften. Gerade die Karpfenwirtschaft sei besonders nachhaltig. Die Tiere ernähren sich in den Aschauteichen zu 70% vom natürlichen Bewuchs, nur 30% werde mit Getreide zugefüttert. Der Karpfen erfreut sich seit er von Greenpeace als einer der wenigen Fische eingestuft wurde, deren Verzehr empfohlen wurde, wieder einer Beliebheit. Die Binnenfischerei biete auch für gefährdete Fischarten wie Äsche, Quappe, Karausche, Bitterling und Schlammpeitzger ein gutes Arten-Lebensraumrefugium. Staudte versprach die Anliegen in den Ausschussberatungen zu thematisieren.

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